Nutzt du Microsoft-Produkte? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf aktuelle Entwicklungen rund um Microsoft 365 und GitHub Copilot.
In den vergangenen Wochen hat Microsoft zwei Änderungen eingeführt, die für Unternehmen in Europa relevant sein können insbesondere im Hinblick auf Datenverarbeitung, Compliance und Datensouveränität.
Microsoft 365 Copilot: „Flex Routing“ verändert Datenflüsse
Seit dem 17. April ist in Microsoft 365 Copilot eine neue Funktion aktiv, die unter dem Namen „Flex Routing“ eingeführt wurde.
Diese Funktion sorgt dafür, dass Anfragen an Copilot abhängig von der Auslastung der Rechenzentren nicht ausschließlich in europäischen Regionen verarbeitet werden. Wenn Kapazitäten in Europa nicht verfügbar sind, können Daten in andere Regionen wie die USA, Kanada oder Australien verarbeitet werden.
Dabei geht es nicht nur um technische Metadaten, sondern um Inhalte aus dem Arbeitsalltag von Unternehmen, darunter:
Für Unternehmen bedeutet das: Teile der verarbeiteten Daten können unter Umständen den europäischen Rechtsraum verlassen, abhängig von Systemauslastung und Routing-Entscheidungen.
GitHub Copilot: Nutzung von Eingaben für KI-Training
Nur wenige Tage später, am 24. April, hat Microsoft eine weitere Änderung im Umfeld von GitHub Copilot vorgenommen. Dabei werden Eingaben und Code-Snippets von Nutzern in bestimmten Tarifen für die Weiterentwicklung und das Training von KI-Modellen verwendet. Auch Inhalte aus privaten Repositories können einbezogen werden, sofern Copilot aktiv genutzt wird.
Wichtig ist dabei: Diese Funktion ist standardmässig aktiviert und muss aktiv deaktiviert werden.
Opt-out statt Opt-in: Ein bekanntes Muster
Beide Änderungen folgen einem grundlegenden Prinzip: Funktionen werden standardmässig aktiviert und nicht aktiv durch den Nutzer eingeschaltet.
Das bedeutet für Unternehmen:
Gerade in dieser Übergangsphase können Daten bereits verarbeitet worden sein.
Einordnung im Kontext Datensouveränität
Aktuelle technische Entwicklungen zeigen, dass Datenverarbeitung zunehmend global verteilt stattfindet. Hinzu kommt, dass regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen weiterhin komplex bleiben, insbesondere im Hinblick auf mögliche Zugriffe durch Behörden ausserhalb Europas.
Für Unternehmen entsteht dadurch eine strategische Frage:
Wie viel Kontrolle über eigene Daten bleibt tatsächlich beim Unternehmen selbst?
Handlungsbedarf für Unternehmen
Unabhängig von der individuellen Bewertung dieser Entwicklungen gilt: Unternehmen sollten ihre Umgebung regelmässig überprüfen.
Wichtige Fragen dabei sind:
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die eigene KI- und Datenstrategie kritisch zu prüfen.
Empfehlung
Für Unternehmen, die echte Datensouveränität sicherstellen möchten, reichen Standard Cloud Konfigurationen oft nicht aus. Eine Alternative sind private AI Lösungen, die vollständig innerhalb der eigenen oder dedizierten Infrastruktur betrieben werden.
Die BWO Systems AG unterstützt Unternehmen dabei, genau solche Umgebungen aufzubauen – von privaten AI Systemen über sichere Datenverarbeitung bis hin zu individuell SaaS AI Lösungen, die nicht auf öffentliche Trainings- oder Routing-Mechanismen angewiesen sind.
So behalten Unternehmen die volle Kontrolle darüber, wo Daten verarbeitet werden, wer Zugriff hat und wofür sie verwendet werden.
Kontaktiert Sie uns für eine unverbindliche Beratung der KI- und Datenlandschaft. Gemeinsam schaffen wir Transparenz, reduzieren Risiken und bauen eine Infrastruktur, in der eure Daten dort bleiben, wo sie hingehören: in eurem Unternehmen.