Wie gut ist Ihr Unternehmen gegen Cyberangriffe geschützt? Welche Risiken werden im Alltag oft übersehen? Und wie bleibt Ihr Betrieb handlungsfähig, wenn zentrale IT-Systeme ausfallen?
Diese Fragen standen am Unternehmensforum der Valiant Bank in Sursee im Mittelpunkt. Über 180 Gäste tauschten sich über Cyber Security und Business Resilienz für KMU aus.
Mit dabei war Patrick Wyss, Founder und CEO der BWO Systems AG. In seinem Vortrag zeigte er auf, wo Unternehmen besonders angreifbar sind und mit welchen konkreten Massnahmen sie ihre IT-Sicherheit stärken können.
Die zentrale Botschaft: Cybersicherheit ist Chefsache. Sie ist nicht allein eine technische Aufgabe, sondern gehört auf die Agenda der Geschäftsleitung und muss im gesamten Unternehmen gelebt werden.
Cyberrisiken beginnen oft im Alltag
Eine scheinbar vertraute E-Mail, eine dringende Zahlungsaufforderung oder eine gefälschte Anmeldeseite: Cyberangriffe setzen häufig dort an, wo Menschen unter Zeitdruck Entscheidungen treffen. Künstliche Intelligenz macht solche Angriffe zunehmend schneller, überzeugender und schwieriger erkennbar.
Umso wichtiger ist es, Mitarbeitende nicht nur technisch zu schützen,sondern sie für typische Gefahren zu sensibilisieren. Schon einfache Routinenhelfen: vor dem Klicken kurz innehalten, Absender und Links prüfen undverdächtige Anhänge nicht unbedacht öffnen. Bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen schafft eine Rückfrage über einen zweiten, bekannten Kommunikationskanal zusätzliche Sicherheit.
Eine solide Sicherheitsbasis statt einzelner Insellösungen
Wirksame Cybersicherheit beginnt mit konsequent umgesetzten Grundlagen. Dazu gehören aktuelle Systeme, eine sinnvolle Segmentierung des Netzwerks und der Verzicht auf lokale Administratorrechte bei der täglichen Arbeit.
Auch beim Schutz der Endgeräte reicht klassischer Virenschutz allein häufig nicht aus. Patrick Wyss erläuterte die Bedeutung moderner Sicherheitslösungen wie Endpoint Detection and Response (EDR) und Managed Detection and Response (MDR). Sie unterstützen Unternehmen dabei, verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Eine zentrale Verwaltung und eine kontinuierliche Überwachung können den Schutz zusätzlich stärken.
Auch sichere Anmeldungen sind entscheidend:
-Einzigartige Passwörter: Für jeden Dienst ein eigenes, generiertes Passwort verwenden.
- Passwort-Manager: Zugangsdaten sicher verwalten, statt Passwörter mehrfach zu verwenden.
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Konten mit einem zusätzlichen Sicherheitsfaktor schützen, wo immer dies möglich ist.
Ganzheitlicher Schutz: vom Postfach bis zum Smartphone
Cyberrisiken beschränken sich längst nicht mehr auf den klassischen E-Mail-Verkehr. Gefälschte Webseiten, betrügerische SMS, manipulierte Anhänge und Social Engineering zielen darauf ab, Vertrauen auszunutzen und Menschen zu unüberlegten Handlungen zu bewegen.
Im Vortrag ging Patrick Wyss auch auf den Schutz der digitalen Kommunikation ein. Signierte und verschlüsselte E-Mails sowie Secure E-Mail Gateways können dazu beitragen, die Kommunikation sicherer zu gestalten.
Gleichzeitig müssen Smartphones und Tablets Teil des Sicherheitskonzepts sein. Auch der bewusste Umgang mit Onlinezahlungen, geeigneten Kartenlimiten und der Kontrolle von Transaktionen über die Karten-App gehört zu einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Risiken.
Sicherheit ist ein Prozess – kein Produkt
Technische Schutzmassnahmen sind unverzichtbar. Entscheidend ist jedoch, dass sie in ein durchdachtes Sicherheitskonzept eingebettet sind.
Mit Governance, Risk & Compliance (GRC) rücken klare Verantwortlichkeiten, die systematische Bewertung von Risiken und die Einhaltung relevanter Vorgaben in den Fokus. Ebenso wichtig ist eine zuverlässige Datensicherung. Das Backup-Prinzip 3-2-1-1-0 bietet dafür eine bewährte Orientierung. Entscheidend ist nicht nur, Backups zu erstellen, sondern regelmässig zu prüfen, ob sich die gesicherten Daten tatsächlich wiederherstellen lassen.
Auch die Geschäftsleitung muss vorbereitet sein: Welcher Notfallplan greift, wenn zentrale Systeme ausfallen? Wer trifft die notwendigen Entscheidungen? Wie werden Mitarbeitende, Kunden und Partner informiert? Und wie lässt sich der Betrieb möglichst schnell wieder aufnehmen?
Wer diese Fragen erst im Ernstfall beantwortet, verliert wertvolle Zeit. Business Resilienz bedeutet deshalb, Risiken frühzeitig zu erkennen, Zuständigkeiten festzulegen und die Reaktion auf mögliche Ausfälle vorzubereiten.
Kleine Routinen, klare Verantwortung
Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich direkt in den Unternehmensalltag übertragen: Systeme aktuell halten, Benutzerrechte konsequent beschränken, Anmeldungen zusätzlich absichern, verdächtige Nachrichten hinterfragen und die Wiederherstellung von Backups regelmässig testen.
Unser Fazit als BWO Systems AG: IT-Sicherheit entsteht nicht durch eine einmalige Investition, sondern durch das Zusammenspiel von Technik, Menschen und klaren Prozessen. Sie braucht kontinuierliche Aufmerksamkeit,verbindliche Verantwortlichkeiten und Massnahmen, die im Alltag funktionieren.
Wie sicher ist Ihre IT wirklich?
Viele Sicherheitsrisiken bleiben unentdeckt, bis es zu spät ist. Miteinem professionellen IT-Audit schaffen Sie Transparenz über den aktuellen Sicherheitsstand Ihrer IT, identifizieren Schwachstellen und erhalten konkrete Empfehlungen für die nächsten Schritte.
Möchten Sie wissen, wo Ihr Unternehmen steht? Die BWO Systems AG unterstützt Sie dabei, Ihre IT-Sicherheit gezielt zu überprüfen und Verbesserungspotenziale zu erkennen.
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Wir bedanken uns bei der Valiant Bank für die Einladung und die gelungene Organisation, bei Florian Muff von SignalFisher für die wertvollen Impulse sowie bei allen über 180 Gästen für den persönlichen Austausch.